Europas Zukunft: Von nationalistischen Rivalitäten zur Kontinenten-gesteuerten Globalpolitik

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Kernpunkte

  • Die Einheit Europas könnte durch Sport und grosse gemeinsame Ereignisse gefördert werden, aber dies ist nur eine Illusion.
  • Der Philosoph Kant sprach bereits von einem hypothetischen Vertrag für dauerhaften Frieden, der auch heute noch relevant ist.
  • Die Geschichte zeigt, dass das europäische politische Klima von Konflikten wie der Polnischen Erbfolge und dem Napoleonskrieg geprägt war.
  • Trotz über 200 Jahre alt sind Kants Ideen zu Rechtsordnungen und Frieden weiterhin von Bedeutung in heutigen Konflikten in Europa.
  • Die Identität der Europäer muss sich ändern, um den Wandel in der globalen Machtverlagerung zu akzeptieren und zu fördern.

Die Ideen der Aufklärung revolutionierten die Weltanschauungen und wirkten sich nachhaltig auf Mentalität, Gesellschaft und Politik aus, indem sie Konzepte und Ideen – Liberalismus, Rationalität – förderten, die für unsere Gesellschaft grundlegend sind… Aber auch Kriege – so viele Kriege!  

Die wichtigsten Konflikte:   

  • Polnische Erbfolge (1733-38) durch den Einfluss der europäischen Mächte auf die schwache Wahlmonarchie.   
  • Österreichische Erbfolge (1740-48), nach der Thronbesteigung Maria Theresias von Habsburg, in Abweichung vom Salischen Gesetz.   
  • Siebenjähriger Krieg (1756-63): Auseinandersetzung zwischen Österreich und Preussen in Europa und zwischen Frankreich und England in den Kolonien – dies sind nur einige!  

Unter dieser Fassade befand sich: 

  • Imperialismus und Kolonialismus 
  • Nationale Rivalitäten und Militarismus 
  • Aufstieg des Nationalismus 
  • Soziale Spannungen und Arbeiterbewegungen 
  • Der Balkan als Krisenherd 

Es ist kein Zufall, dass ich als Bild für meinen Beitrag eine satirische Figur über Europa aus den frühen 1900er Jahren gewählt habe. 

Was ist Satire? – Wenn nicht die Darstellung der Stimmung des Augenblicks in einem tragikomischen Ton. Es fällt natürlich auf, dass die repräsentativen Figuren der einzelnen Länder… alle Uniform tragen! Der Krieg war nur eine Frage der Zeit… 

  • Wäre der Erste Weltkrieg vermeidbar gewesen? 
  • Der Zweite… der Zweite Weltkrieg ist in gewisser Weise ein Kind des Ersten, oder sollte ich sagen – der Nachkriegsvereinbarungen/-verpflichtungen, auch hier – was waren die Punkte, die beachtet werden mussten? 

Ja, man könnte sagen: «Ja, wie auch immer…, wir sprechen von vor mehr als hundert Jahren, jetzt haben wir zwei Weltkriege und andere Konflikte hinter uns – die grundlegende Mentalität hat sich geändert…». 

Springen wir noch einmal hundert Jahre weiter, aber diesmal vorwärts… 

Werfen wir einen Blick auf den ukrainisch-russischen Konflikt und den ewigen israelisch-palästinensischen Konflikt

Ist Kant mit seinem Werk «Zum ewigen Frieden» überholt oder ist er aktueller denn je? 

1989 schlossen Michail Gorbačëv und George H. W. Bush ein Abkommen und sicherten Russland im Gegenzug für ein vereintes Deutschland zu, dass die Staaten des Warschauer Paktes und die ehemaligen Sowjetrepubliken niemals der NATO beitreten würden; eine ungeschriebene, aber mündliche Abmachung, wie es von russischer Seite heisst, die aber von den Amerikanern auf der anderen Seite offiziell immer bestritten wurde. Ob die Nachricht wahr ist oder nicht, spielt keine Rolle, denn in beiden Fällen haben die beiden Kontrahenten keinen wirklichen Frieden gesucht. 

Der israelisch-palästinensische Konflikt – das ist der Fall schlechthin, wo man nicht wirklich zu einem dauerhaften Frieden kommt, egal, wer daran schuld ist – was mich meiner Meinung nach am meisten «zermürbt», ist diese internationale Unfähigkeit, die Regeln durchzusetzen… aber zurück zu heute… Was sind deiner Meinung nach die Punkte in Kants Vertrag, die durch das, was in Gaza passiert, mit Füssen getreten werden? 

Ich bin mir bewusst, dass die Probleme vielfältig und komplex sind, aber es ist auch wahr, dass in einigen Fällen nicht viel getan wird, um sie zu lösen. Mehr als zweihundert Jahre sind vergangen, und noch immer ist Kants Wunsch nicht in Erfüllung gegangen: «Das Projekt, das Kant vorschlägt, ist ein juristisches und kein ethisches: Er hofft nicht, dass die Menschen besser werden können, aber er hält es für möglich, eine Rechtsordnung zu schaffen, die den Krieg abschafft.» 

Natürlich könntest du sagen, aber was hat Kant mit einem vereinten Europa zu tun? Ja, es stimmt, dass Kants Modell/Projekt dem Projekt der Vereinten Nationen nähersteht als dem Projekt des vereinten Europas – einige Punkte des Projekts sind heute für Europa überholt, aber die Eckpfeiler sind aktueller denn je: Innerstaatliches Recht, Völkerrecht und kosmopolitisches Recht. 

Am Anfang habe ich scherzhaft (oder auch nicht!) eine Art sportliches «Gleichnis» verwendet, um ein geeintes Europa heraufzubeschwören, aber weisst du – etwas zu akzeptieren, von dem man weiss oder zu wissen glaubt, dass man es gewinnt, ist einfacher. Es geht nicht darum, zu gewinnen, sondern mit anderen zu wetteifern/ vergleichen… Meiner Meinung nach ist es eine Tatsache, dass sich die Weltordnung verändert – die Akteure werden nicht mehr einzelne Nationen sein, sondern Kontinente.

Das muss in den Köpfen der Europäer ankommen! Lass mich eines sagen: Nichts und niemand kann mich daran hindern, mich als sizilianisch-italienischer Europäer oder als korsisch-französischer Europäer oder als thüringisch-deutscher Europäer usw. zu fühlen. Ja, für mich hat Europa viel zu bieten, aber bevor es andere überzeugen kann, muss es den Europäer selbst überzeugen. Nach den jüngsten Ereignissen zu urteilen, scheint es aber in die entgegengesetzte Richtung zu gehen! Aber als guter sizilianisch-italienischer Europäer bin ich geduldig und kann warten!…

    Kommentar

    1. […] um einen «ewigen» Frieden zwischen den Völkern zu gewährleisten: Diese Idee geht auf Kant (1724-4804) zurück. Doch jetzt frage ich mich: Kann man all das, was gerade geschieht, wirklich als Evolution […]

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