Ist Freiheit Freiraum oder Partizipation?

Estimated reading time: 15 Minuten

Kernpunkte

  • Die Französische Revolution stellte das Konzept der Zivilgesellschaft auf den Kopf und betonte die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.
  • Freiheit ist dynamisch und verändert sich mit der Gesellschaft, während soziale Gerechtigkeit oft nur lokal angewandt wird.
  • Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt, was zu einem Verantwortungsbewusstsein führt.
  • Einsamkeit wird häufig negativ betrachtet, kann aber auch positive Aspekte wie inneren Frieden und Selbstreflexion mit sich bringen.
  • Müssiggang sollte nicht negativ bewertet werden, sondern als Gelegenheit zur geistigen Entspannung und Reflexion begriffen werden.

Vorwort  

Ja, aber wessen Menschenrechte – meiner; deiner; ihrer oder unserer?   

Ich glaube, dass auch Jahrhunderte später die «soziale Gerechtigkeit» nicht zum Vokabular der Menschenrechte gehört, oder besser gesagt – sie existiert, aber sie wird nicht immer angewandt, und wenn, dann immer nur «lokal» – wir versuchen immer noch, eine Antwort auf diese Frage zu finden.   

Definition von Freiheit in Wikipedia: 

«[…]Freiheit (lateinisch libertas) wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts. Der philosophische Freiheitsbegriff befindet sich nicht nur ständig in Diskussion und damit in einem permanenten Wandel, sondern umfasst gleichzeitig psychologische, soziale, kulturelle, religiöse, politische und rechtliche Dimensionen und gehört damit zu den zentralen Begriffen der menschlichen Ideengeschichte. […]»   

Wir halten ein Allgemeinwohl, das uns unsere Vorfahren «geschenkt» haben, für selbstverständlich. Aber wie bei allem, was man (manchmal) geschenkt bekommt, vergessen wir manchmal, aufzupassen. Freiheit ist nicht per se etwas Statisches, sondern etwas Dynamisches. In dem Masse, wie sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt (verändert), ändert sich auch der Freiheit – wir haben es mit immer neuen schleichenden Gefahren zu tun. Denn mehr denn je gilt der Grundsatz: «Facta lex inventa fraus» – Gesetz gemacht, Betrug gefunden! 

Hedonismus in der Zeit des Corona-Virus    

Die zweite Phase begann in einer Art und Weise – vorhersehbar für einige und unverantwortlich für die anderen. Ich würde es eine Form der Rebellion nennen – und zwar, eine «unverantwortliche Rebellion».  

Ja, … aber gegen wen/was? 

In diesen Tagen stelle ich mir eine Frage (nicht nur eine!). Ist es in diesen Situationen dem freien Ermessen richtig (legitim)? … Können wir ihn anwenden? Oder wir verletzen uns selbst und die anderen! Ich meine, bräuchte eine Gesellschaft in diesem Kontext nicht irgendeine Form von Etatismus (im guten Sinne)? Wenn wir darüber nachdenken, ist es das, was wir durchleben. Also Rebellion gegen was/wen?    

Lass mich Klartext sprechen!    

Wenn ein Individuum oder mehrere, die mehr oder weniger bekannt sind, anfangen, Worte wie «Angriff auf die Freiheit» zu verwenden, vorausgesetzt, dass es welche gibt, […]. Ich weiss nicht, wie es dich geht, aber es ist für mich reine Demagogie. Eine Form von «degenerativem Populismus». Brauchen wir das wirklich? Wir werden die Antworten bekommen, aber es braucht Zeit … Hier zählt die «Vertuschungstechnik» nicht – es sind zu viele Staaten involviert! ¹ Was ich sagen will, und damit komme ich zum Schluss … Die zweite Phase bedeutet nicht, dass alles vorbei ist und wir wieder so wie vorher weitermachen können. Es gibt noch viel zu tun, aber zusammen – mit den Regeln können wir es schaffen. 

Im Namen der Freiheit     

Zuallererst möchte ich ein paar Prämissen aufstellen.    

  • Ich möchte hier keine Kritik üben oder Lösungen vorgeben.  
  • Ich denke – im Moment gibt es genug Individuen, die mit dem Finger zeigen, oder? ² 
  • Und will auch nicht als Passepartout für Lösungen erscheinen, oder Erklärungen, die ich nicht geben kann, zum Begriff der Freiheit geben!   

Natürlich ist Freiheit etwas Ernstes – findest du nicht? … Und das Management? Ja, denn – ist auch das Management der Freiheit eine ernste Angelegenheit! Sind wir in der Lage unsere eigene Freiheit zu managen? Es gibt ein Zitat von Immanuel Kant, welches sagt:  

«Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Gegenübers beginnt.» Dann personalisiert von Martin Luther King: «Meine Freiheit endet dort, wo deine beginnt.» – Lass mich dir sagen, einer, der weiss, was die Freiheit/Unfreiheit ist!    

Es gibt einige, die sagen, dass dieser Satz «schön» ist, aber unpraktisch […]. Natürlich, wenn wir ihn «materialisieren» wollen, hat er seine Grenzen. Ich weiss a priori nicht, wo deine Freiheit anfängt und deshalb auch nicht, wo meine Freiheit aufhört! Aber ist das wirklich der Sinn dieses Satzes? …   

Wir gehen vom Management zum Gefühl der Freiheit. Ich fühle mich frei – wann und warum? Bestimmt nicht! Denn ich kann alles machen/sagen, was ich will! Denn die Freiheit ist synonym mit Verantwortungsbewusstsein, oder? … Eine der vielen Antworten gibt Gustave Thibon «Le philosophe-paysan».  

Sein Begriff der Freiheit ist: «Es ist keine absolute Unabhängigkeit, da wir alle von jemandem oder etwas abhängig sind, […].», «Der Mensch fühlt sich in dem Mass frei, in dem er die Dinge und Wesen, von denen er abhängig ist, lieben kann, zum Beispiel: Wenn er in einer Umgebung lebt, die zu ihm passt, wenn er einen Beruf ausübt, der seiner inneren Berufung entspricht, wenn er die Frau heiratet, in die er verliebt ist, […].»    

Also nach Gustave Thibon: Freiheit hängt (soweit es uns betrifft) nicht von einem einzigen Ding ab, sondern von einer Reihe der Dinge! Wir gehen nicht weit weg – schau auf mich! Ich würde gerne Off-Road fahren, aber habe kein Auto – ich würde auch gerne fotografieren, aber habe noch keine Kamera! Warum erzähle ich dir dies? … Nicht, weil ich auf der Sache nach Geld bin! Sondern um zu sagen, dass nichts oder niemand denken soll – sich nur deswegen nicht frei fühlen zu können. Für Mathe-Liebhaber können wir dies in einer Formel materialisieren (was ich gerne tue).    

Wo: 

i_f = Individuelle Freiheit  

n und m = sind die Extremwerte des Bereichs der Felder wie: {Umgebung, Dinge, Wesen, etc.}  

k = ist der Index, der zwischen n und m variiert.  

a = Abhängigkeits-Koeffizient von Dingen/Wesen  

g = Koeffizient des Gemeinsinns   

Wie man in der Formel sieht – die Individuelle Freiheit ist direkt proportional zu „g“ und indirekt proportional zu „a“. Das sagt eine Menge aus – findest du nicht auch? Ich möchte bei dem „g“ verweilen – womit könnte es (auch) in Verbindung gebracht werden? Ich weiss nicht, wie es dir geht, … aber es scheint mir, dass es irgendwie mit dem Immanuel Kant/Martin Luther King Zitat zusammenhängt, oder? Es kann also angewendet werden (nein, wie vorher), es ist nur eine Frage der Perspektive (wie immer!).    

Respekt vor anderen ist ebenso eine Pflicht, wie das Recht frei zu sein!     

Was meine ich mit dieser imaginären Formel? Sich frei zu fühlen (zu sein) kann und darf nicht nur von einem oder wenigen Feldern abhängig sein! … In unserem Fall: Bewegungsfreiheit oder Freiheit zur Gruppierung. Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber der Slogan «Angriff auf die Freiheit» – das ist in diesem Zusammenhang ein bisschen viel, oder? Und ja, die Freiheit ist eine ernste Sache!     

Ich frage dich noch einmal! 

Sind wir fähig, unsere eigene Freiheit zu managen? Um es in anderen Worten zu sagen. Sind wir tatsächlich in der Lage, unsere Freiheit in dieser «Geschichtsperiode» zu managen? Und jetzt, wenn mir jemand eine Frage stellen würde: 

Fühlst du dich Frei, wenn du nicht darüber nachdenkst, wer du bist? Ich würde sagen, dass es auf diese Frage zwei (hypothetische) Antworten gibt, die sich gegenseitig ausschliessen. Wenn ich nicht nachdenke, fühle ich mich frei oder glaube, frei zu sein, und wenn ich nachdenke, fühle ich mich nicht frei, weil ich ein Bewusstsein habe oder besser gesagt: «Cogito, ergo sum».³   

Die Freiheit ist kein Gut an sich – Freiheit ist ein Gut, das mit anderen geteilt wird. Verpflichtungen gegenüber anderen zu haben, bedeutet nicht, dass ich nicht frei bin. Eine gewisse Form des Egoismus (im absoluten Sinne) ist ein Vorzimmer der Intoleranz und die Intoleranz erzeugt Monster der Gesellschaft!  

Die Einsamkeit: eine innere oder äussere «Eigenschaft» des menschlichen Wesens?   

Alles begann, als ich einen Artikel mit dem Titel «Stimmungskiller Silvester» las. Die Titulierung sagt schon alles, ich brauche nichts mehr zu ergänzen. Es ging um die (positiven und negativen) aber manchmal traumatischen Eindrücke der Menschen über die Silvesterfeier, teilweise habe ich diese Eindrücke mit mir selbst identifiziert. Aus all dem sticht ein Substantiv besonders hervor: die Einsamkeit. Aber ich möchte nicht nur über diesen Einzelfall sprechen, sondern grundsätzlich über den Begriff der Einsamkeit. In meiner Titelzeile habe ich es als Eigenschaft definiert, aber in Anführungszeichen gesetzt. Aber ist das wirklich so? Ich würde sagen, ich sollte der Reihe nach vorgehen und den Begriff (oder einen möglichen Begriff) der Einsamkeit definieren. Die Definition von Einsamkeit aus Wikipedia lautet wie folgt:  

«Der Begriff Einsamkeit bezeichnet im Sprachgebrauch der Gegenwart vor allem eine wahrgenommene Diskrepanz zwischen den gewünschten und den tatsächlich vorhandenen sozialen Beziehungen eines Menschen. Es handelt sich dabei um das subjektive Gefühl, dass die vorhandenen sozialen Beziehungen und Kontakte nicht die gewünschte Qualität haben.»    

Müssiggang nein – Musse ja!     

Es scheint wie ein Slogan, aber zusammenfassend lässt sich sagen: Was ist ein Slogan? … Ein kurzer, prägnanter Satz, der meist zu Werbe- oder politischen Propagandazwecken geprägt wird. Wir sind nicht auf diesem Niveau, aber fast! Wie oft hörten wir unseren Eltern: «Müssiggang ist aller Laster Anfang», aber dies wurde ihnen auch gesagt. Ja, aber von wem? Wofür und nicht für wen: Europa, vor allem vor dem Industriekapitalismus für die einen und der industriellen Revolution für die anderen, lebte im Geiste der «Work-Life-Balance», es war ein Lebensstil! Mit dem Industriekapitalismus oder industrielle Revolution – wir können es nennen, wie wir wollen – es ist immer dasselbe – wurde eine Gesellschaft geschaffen, die sich auf den Gewinn konzentrierte, selbstverständlich nur für einige – die anderen waren beschäftigt mit dem Arbeiten. […]   

Mit der Einführung der IT haben sich einerseits die Arbeitsbedingungen verbessert, aber andererseits hat sie uns mehr freie Zeit genommen. Ja, denn wir können praktisch an jedem Ort arbeiten, und durch die Pandemie hat sich alles beschleunigt. Was ich sagen will: Wir haben doch «mehr» Musse, aber wie kümmern wir uns um sie? … Durch viele Aktivitäten: Sport, Musik usw., in den Extremfällen – sogar anderen Arbeiten. Ich sage nicht, dass es nicht gut ist, aber manchmal hat unser Gehirn das Grundbedürfnis abzuschalten! 

Aus – nichts – nada!    

Und was – sonst nicht der Müssiggang! Wir müssen uns zum «Dolce far niente» umerziehen – Der Müssiggang mit einem gewissen Mass tut nicht weh! 

Fazit  

Ich möchte mit dem Refrain eines Liedes von Giorgio Gaber (25.01.1933 – 01.01.2003), italienischer Musiker, Cantautore (Liedermacher) und Schauspieler, beginnen, der mich zum Titel meiner Reflexion inspiriert hat: 

«[…] Freiheit steht nicht auf einem Baum 
Es ist nicht einmal der Flug einer Schmeissfliege 
Freiheit ist kein freier Raum 
Freiheit ist Partizipation. […]»   

Notabene: Dies ist keine katastrophale Note (nicht mein Stil) und soll auch nicht so klingen, es ist einfach eine Besinnung – es wurden enorme Fortschritte gemacht, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns


¹ Ich beziehe mich hier auf all diese Arten von Verschwörungen.   

² Ich spreche hier von allen, die (nicht nur) gegen die Impfung sind, was nicht bedeutet, dass sie kein Recht auf Protest haben, aber es ist die Form des Protests – eine skrupellose Verweigerung der Gesundheit – Negationismus – eine Ablehnung, bei der die Regel «unabhängig davon, dass …» gilt.  

³ Der lateinische Satz: «cogito ergo sum», wörtlich übersetzt: «Ich denke, also bin ich» – ist die Formel, mit der Descartes die unbezweifelbare Gewissheit des Menschen als denkendes Subjekt über sich selbst ausdrückt. 

    Kommentar verfassen

    Translate »

    Entdecke mehr von Nosce te ipsum

    Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

    Weiterlesen